Und jährlich grüßt der Wagenplatz

143920Pressemitteilung vom 20.05.2015 zur Belebung der Brache im Schildackerweg

Ziehe sofort nach Hochdorf, sei 6 Monate Obdachlos, zahle 33.000€ und gehe dann wieder auf Los!

Hier sind wir wieder, wieder im Schildackerweg. Eine Straße, die wir immer mal wieder belebt haben, bis wir im Juli 2013 von dort vertrieben wurden.

Seit dem ist bei uns, der Wagengruppe Sand im Getriebe, viel passiert.

9 Monate auf dem Parkplatz der Pädagogischen Hochschule in Littenweiler.

2 Wochen Hetzjagd durch Freiburg durch die Ordnungsbehörden.

6 Monate lang sind unsere Zuhause beschlagnahmt und wir obdachlos.

Auch im Quartier Schildacker ist einiges passiert.

So soll die Polizeiakademie weichen, was wir erstmal begrüßen. Leider möchte die Stadt nicht die Vorschläge annehmen die die Bürgerinitiative BISS vorbringt, sondern eine Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge einrichten, ein Massendurchgangslager, mit dem sich die Stadt aus der Verantwortung einer Folgeunterbringen zieht.

Im Schildackerweg sind die Brachen noch größer geworden, nach dem Abriss eines Hauses.

Und Architekturbüros dürfen Vorschläge einreichen wie sie sich ein neues Quartier vorstellen und laden die Bewohner zu Infoveranstaltungen ein, damit diese wenigstens ein bisschen das Gefühl haben mitreden zu dürfen, wie ihr Viertel künftig aufgewertet wird.

Klingt nicht gerade danach ob die Stadt sich nach den Interessen ihrer Bewohner_Innen entwickelt.

Daher haben wir heute entschlossen unsere eigenen Vorschlag zur Umstrukturierung des Quartiers Schildacker vorzustellen und gleich Fakten zu schaffen. Hier könnte super ein Teil als selbst verwalteter Wagenplatz genutzt werden.

Warum Fakten schaffen?

Weil die Stadt Freiburg uns seit mehreren Jahren schon die Hölle heiß macht! „Die Stadt hat unsere Wagen vom Straßenrand weg beschlagnahmt ohne die Möglichkeit freiwillig wegzufahren, 6 Monate lang behalten und wollte sie anschließend verschrotten!“ sagt Carolin (Wagengruppe SiG) „Der OB persönlich hat uns daran gehindert den Parkplatz der Pädagogische Hochschule erneut zu bewohnen, indem er einen Brief an den Rektor schrieb, der ihn davon überzeugte uns den Parkplatz nicht benutzen zu lassen.“

„Wenn die Stadt Freiburg unsere Wohnform mit Respekt behandeln würde, könnten wir mit ihrem Einverständnis dieses Grundstück beleben.“ sagt Carolin. „Mit Respekt werden leider von der Freiburger Verwaltung nur die behandelt, die den entsprechenden Preis dafür bezahlen.“

So eine Stadt wollen wir nicht. Wir wollen eine Stadt von&für alle.

Wir werden hier bleiben, bis die Stadt Freiburg sich dafür entschieden hat mit Wagenleben nicht mehr wie mit Cholera umzugehen.

Wir laden alle herzlich ein die Brache mit uns zu beleben.

Für Unterhaltung wird gesorgt:

Mittwoch, 20.5. gibt es Abends Essen gegen Spende, Lagerfeuer und Musik in Zimmerlautstärke.

Donnerstag, 21.5. finden nachmittags Boule&Wikingerschach Olympiade und diverse Baustellen statt; abends wird beim Lagerfeuer gegrillt (Grillzeug willkommen) und gesellschaftlich gespielt.

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