Pressemtteilung zur Beschlagnahme unserer Wägen

Am Montag den 14.04.2014 wurden wir, die Wagengruppe Sand im Getriebe, gegen 10 Uhr morgens ohne vorherige Aufforderung geräumt und 11 unserer Fahrzeuge beschlagnahmt.
Die zugrunde liegende Räumungs- und Beschlagnahmeverfügung wurde von Frau Sester vom Amt für öffentliche Ordnung unterzeichnet und von ihr mit Hilfe eines großen Polizeiaufgebots auch sofort umgesetzt.
Die Oberriederstraße, wo wir uns zu dem Zeitpunkt aufhielten, wurde weiträumig durch die Polizei abgesperrt. Selbst Pressevertreter_innen wurde der Zugang verwehrt. Trotz unserer Bereitschaft, die Strasse freiwillig zu verlassen, wurden alle unsere Wägen von den Firmen Bauer, Röder und Jakobi abgeschleppt und bis auf Weiteres beschlagnahmt. Dies kann, wie aus der Vefügung hervorgeht, bis zu 6 Monate dauern. 15 Menschen wurden somit durch eine Verordnung der städtischen Behörden obdachlos gemacht.
„Wir sind traurig und wütend darüber, dass die Stadt den Dialog mit uns verweigert und statt nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen ihre Handlanger schickt um uns unser Zuhause wegzunehmen.“ so eine Wagenbewohnerin.
Gesprächsgesuche unsererseits liefen immer wieder ins Leere und die Stadt hält an ihrem überholten Standpunkt fest, es gäbe keinen Bedarf an weiteren Wagenplätzen. Doch der Bedarf an Wagenplätzen zeigt sich nicht im Rathaus oder im Ordnungsamt sondern auf der Straße. Wir haben diesen Bedarf und haben ihn in den letzten Tagen und Wochen mit Nachdruck in die Öffentlichkeit getragen.  Auch wenn uns nun unsere Hauptargumente in Form unserer Wohnfahrzeuge fehlen, werden wir weiter für unsere gewählte Wohnform kämpfen und für ein gemeinschaftliches und solidarisches Zusammenleben.
In der Geschichte des Freiburger Wagenlebens wurden mittlerweile über 60 Fahrzeuge von Wagenbewohner_innen für etliche Monate beschlagnahmt und z.T zerstört.  Diese Maßnahme wird von der Stadt anscheinend als sinnvoller erachtet, als der konstruktive Dialog mit Wagenbewohner_innen.  Dieses Schema ist ein Armutszeugnis und geht auf unsere Kosten.
Ausserdem „Wer so viel Raum hat, die beschlagnahmten Wagen zu lagern, hat dementsprechend auch Raum, eine Übergangslösung zu bieten! Dieses Vorgehen der Stadtverwaltung ist eine Farce.“, sagt Coinneach McCabe. (Gemeinderat für die Grüne Alternative Freiburg(GAF))
Unsere  Zuhause können sie uns nehmen, unsere Ideen nicht.
Auch wenn unsere Wägen weg sind, Sand im Getriebe ist noch lange nicht Geschichte.
Ihr werdet weiter von uns hören. Der Frühling hat gerade erst begonnen und wir freuen uns auf einen heißen Sommer.
Für die Herausgabe unserer Zuhause
Für ein, zwei, drei, vier – viele Wagenplätze

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