Die Wagen sind frei!

Am 21.10.2014 konnten wir endlich nach einem halben Jahr Beschlagnahme unsere geliebten Wagen wieder abholen.

31.000 Euro mussten wir für die Auslösung bezahlen. Ca. 20 000 Euro gehen davon an die Stadt für das Lagern auf einer matschigen Wiese während wir ohne unsere Zuhause auskommen mussten. Gutes Geschäft!
Auch der Zustand der Karren war frustrierend. Platte Reifen, Schimmel, Rost… Na Danke!

Herausgegeben wurden die Wagen aufgrund öffentlichen Drucks und weil legale private Stellplätze angegeben wurden. Auf diesen Stellplätzen müssen die Wagen nun ganz verteilt stehen. Bewohnen können wir sie dort nicht. Die mögliche Zwischenlösung auf dem PH Parkplatz wurde von OB Salomon höchstpersönlich verhindert.

Um diesen bitteren Erfolg zu feiern und anzukündigen dass die Suche nach und der politische Kampf um einen neuen selbstverwalteten Wagenplatz in Freiburg jetzt erst recht weiter geht, zogen wir mit 16 Lastern und Hängern hupend durch die Stadt. Denn wenn die Stadtverwaltung denkt sie kann uns so auseinandertreiben dann hat sie sich gründlich geirrt.

Die Säule der Intoleranz und das goldene Stück Scheiße haben wir OB Salomon und Co ja schon überreicht, das Ordnungsamt wurde versteigert, wir haben demonstriert, vor dem Rathaus geschlafen, es wurden Plätze besetzt …  mal schauen was einem noch so alles einfällt.
Wir freuen uns auf gute Ideen,  immer mittwochs zur Küfa in der KTS.

Wir hoffen sehr, dass wir bald mit einem schönen Fest auf unserem Neuen Platz „Danke“ sagen können für die ganze tolle Unterstützung!


Badische ZeitungTV Sueddaben


Aktionstag für Wagenleben in Freiburg und überall

Am Samstag den 18.10.2014 fand der intergalaktische Aktionstag für Wagenleben statt. Die über sechs Monate beschlagnahmten Wagen der Wagengruppe Sand im Getriebe werden kommende Woche für 31.000 Euro ausgelöst.

Die Freiburger Stadtverwaltung hat auf die letzte Minute erkannt, dass eine Einziehung bzw. Vernichtung der Wagen nicht rechtmäßig wäre. Die mobilen Wohnungen der Wagengruppe müssen nun auf Privatstellplätzen abgestellt werden. Ein Wohnen in den Wagen ist dabei nicht möglich. Ein Platz muss her! Eine Fläche auf der gemeinschaftliches Leben im Wagen möglich ist und Platz für alle 20 Wagen der Gruppe bietet. „Mit unserem Wagenplatz wollen wir aber auch einen Raum für Begegnungen sowie unkommerzielle Kunst und Kultur schaffen,“ sagt Bernadette Lang von Sand im Getriebe.

Um dies deutlich zu machen finden heute den ganzen Tag über vielfältige kreative Aktionen statt.

Beschlagnahme und Räumung des Amtes für öffentliche Ordnung

Zum Auftakt des intergalaktischen Aktionstages wurde das Freiburger Amt für öffentliche Ordnung geräumt und beschlagnahmt. Um 12 Uhr zogen ca. 50 Vertreter_innen des „Amtes für öffentliches Wagenleben“, in Warnwesten und einer Beschlagnahmeverfügung in der Tasche zum Ordnungsamt um die Beschlagnahme zu vollziehen. „Ihr willkürliches Verhalten stellt eine Gefahr für die öffentlichen Freiräume bzw. einen Angriff auf das schöne Leben dar. Ihre Verbote von fast allem und die ständige Hetzjagd gegen alternative Wohnformen nehmen ein nicht mehr tragbares Ausmaß an,“ heißt es in der Verfügung. Durch Abgesandte des Amtes für Wagenleben wurde die Beschlagnahme vollstreckt. Die beschlagnahmten Gegenstände, eine Vielzahl an Mülleimern und Topfpflanzen wurden anschließend vor dem AfÖ gewinnbringend versteigert.

Das goldene Stück Scheiße geht ans Rathaus

Nach einer Prozession durch die Freiburger Innenstadt, welche immer wieder von der Polizei aufgehalten wurde, wurde das “goldene Stück Scheiße“ gegen 15 Uhr von dem Rathaus feierlich an Oberbürgermeister Dieter Salomon verliehen. Das Rathaus wurde mit Toilettenpapier geschmückt und lauter Gesang machte das Anliegen der ca. 100 Demonsrat_innen deutlich: „Der grüne Dieter sitzt im Rathaus und lässt es sich gut gehen. Und will unsere Wägen in der Schrottpresse sehn. … Das Goldene Stück Scheiße geht an Dich. Denn du hast es echt verdient …“

Im Anschluss zog eine laute „Polonäse“ zum Platz der Alten Synagoge, der aktuell durch Unterstützer_innen der Wagengruppe Sand im Getriebe und mit selbstgebauten Fahrzeugen „besetzt“ wird.



SOLIAKTIONEN

WürzburgBremen LeipzigHalle


PRESSE

SWR:

 

RDL

Badische Zeitung

Sand im Getriebe: Zur abgewendeten Einziehung der Wagen – Zur weiteren Flächensuche

Pressemitteilung der Wagengruppe Sand im Getriebe vom 14.10.2014. Am 13.Oktober um 18:00, sechs Stunden bevor die Frist für die angedrohte Verschrottung verstrich, hat sich die Stadtverwaltung dem öffentlichen Druck gebeugt und verkündet, dass sie unsere Fahrzeuge nicht einziehen bzw. vernichten wird. „Wir sind unglaublich erleichtert“ sagt Bernadette Lang von Sand im Getriebe. Eigentlich hätte die Herausgabe selbstverständlich sein müssen, denn die Einziehung wäre rechtswidrig gewesen. Trotzdem mussten wir bis zur letzten Minute bangen. Trotzdem musste die Herausgabe der Wagen mit politischem Druck erzwungen werden.

Die Flächensuche hat sich mit der Herausgabe der Wagen nicht erledigt. Auf den über das Stadtgebiet Freiburgs hinaus verteilten angegebenen privaten Stellplätzen ist lediglich das Abstellen der Fahrzeuge möglich. Damit sind wir immer noch Obdachlos. Eine Zwischenlösung, bei der wir in unseren Fahrzeugen zusammenleben können, wird vom OB Salomon persönlich und durch fadenscheinige Behauptungen nach wie vor
torpediert. ->Stellungnahme von SIG zum Brief von Dieter Salomon vom 10.10

Nun aber können die Verhandlungen zu kurz- und langfristigen Lösungen auf Augenhöhe weitergeführt werden, ohne das unsere Zuhause wenige Zentimeter von der Schrottpresse entfernt stehen.

Wir suchen nach wie vor eine Fläche für unsere 20 Wagen, um darauf solidarisch und gemütlich zusammenleben zu können..

Deshalb haben wir mit großem Interesse eine Meldung in der TAZ vom 13.Oktober aufgenommen nach der Grünen-Landtagsabgeordneter Reinhold Pix in Verhandlungen um eine potientelle Fläche für uns sei.

Wir sind nach wie vor an einer ernsthaften Kommunikation mit der Stadt interessiert und fordern die Verwaltung dazu auf, endlich in der Realität anzukommen und die Beschlüsse des Gemeinderates umzusetzen.

An diese Stelle ein großes Dankeschön an unsere Unterstützer_innen, die uns in den letzten Wochen und Monaten zur Seite standen und auch hoffentlich weiter stehen werden, denn:

„The show must go on!“ Für einen neuen selbstverwalteten Wagenplatz in Freiburg.

Update zum Aufruf – Aktionstag(e) am 18. Oktober – Autoritäre Stadtpolitik in die Schrottpresse!

Montag 13.Oktober um 18:00 hat sich die Stadtverwaltung dem öffentlichen Druck gebeugt. Ein großes Dankeschön an alle unsere Unterstützer_innen, die mit uns diese Schrottverwaltung daran gehindert haben die Wagen zu vernichten.

Die Wagen kommen jetzt raus und sollen auf privaten Stellplätzen abgestellt werden, wo das Wohnen nicht möglich ist. Wir sind weiterhin Obdachlos, dem Stadtverwaltungs-Willen nach: 3 Tage Zuvor ist uns eine Zwischenlösung durch den Bürgermeister Salomon höchstpersönlich verhindert worden (1).
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Autoritäre Stadtpolitik in die Schrottpresse! – Aufruf zur galaxisweiten Aktionstag am 18. Oktober

Wir rufen euch zu einem galaxisweiten Aktionstag am 18. Oktober auf!

Nachdem unsere Wohnungen am 14.April 2014 von der Stadt Freiburg beschlagnahmt wurden, haben wir alles für deren Herausgabe gegeben. Die Antwort der Freiburger Verwaltung auf dieses halbe Jahr regionaler und überregionaler Proteste? Die Schrott Presse! Am 25.09. kündigte die Stadtverwaltung in einem Schrieb die Einziehung bzw. Vernichtung unserer Wohnungen für den 13.10. an.
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Der politische Wille der Stadtverwaltung: Einziehung statt Übergangslösung

Pressemitteilung der Wagengruppe Sand im Getriebe

Wir, die Wagengruppe Sand im Getriebe, hatten am 6.10.14 ein Gespräch mit der Stadtverwaltung über den sog. „400m² Vorschlag“.
Der Vorschlag ist noch nicht entschieden. Es ist völlig unklar ob und wann dieses Gelände bezogen werden kann. Die Verhandlungen laufen noch und das Herrichten würde Monate dauern.

Die Verwaltung machte deutlich, dass sie unsere Wagen Einziehen wird. Sie hat dann vor unsere Wagen zu behalten bis das von ihr, uns vorgeschlagene Grundstück bezugsfertig ist. Da es unklar ist, ob der Vorschlag realisierbar ist, droht damit die Verschrottung unsere Wagen immer noch.

Die Verwaltung sagte ausdrücklich, dass sie an einer Übergangslösung nicht interessiert sei.
Wir hätten aber ein Übergangsgelände, wofür nur ein wohlwollender Anruf der Stadtverwaltung nötig wäre.

Die Stadt verweigert sich.
Die Stadt will keine Zwischenlösung.
Die Stadt hat es lieber unsere Wagen einzuziehen als deren Herausgabe zu ermöglichen.

Wir fordern die Stadtverwaltung auf uns bei dieser Übergangslösung behilflich zu sein, anstatt die Herausgabe unsere Wagen zu verhindern!

Schluss mit der Obdachlosigkeit!
Wir lassen uns nicht verschrotten!
Wir bleiben Sand im Getriebe!

Knapp 500 Demonstranten gegen die Verschrottung der Wagengruppe Sand im Getriebe

Pressemitteilung der Wagengruppe Sand im Getriebe

plasaaaahahaHeute am 04.10.2014 demonstrierten 470 Menschen in Freiburg gegen die bevorstehende Verschrottung der Wohnungen der Wagengruppe Sand im Getriebe und für einen neuen Wagenplatz in Freiburg. (indymedia Bericht)

Zunächst verhinderte die Polizei den Start der Demonstration. Ein übertriebenes Polizeiaufgebot ließ den Lautsprecherwagen nicht zur Demonstration gelangen. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten wurde mit vielen Sprechchören, trotzdem lauter Musik und vielen Inhaltlichen Beiträgen, zwei Stunden durch Freiburgs Innenstadt demonstriert.

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